Planvoll die Zukunft gestalten

Drei Büro stellen Isek vor

Von links Jens Gerhardt, Dr. Tanja Korzer von Urban Management GmbH Leipzig, Vinzenz Dilcher von UmbauStadt Weimar sowie Prof. Manfrad Miosga und Dr. Sabine Hafner von Klimakom Hummeltal/München

Drei Büros stellen ihre ISEK-Konzepte für die Gemeinde Heinersreuth vor

Nacheinander und ohne dem anderem zuzuhören präsentierten drei Fachbüros ihre Vorstellungen zur Umsetzung des “Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts”, kurz ISEK genannt, am 27.2.18 zu Beginn der öffentlichen Gemeinderatsitzung. Die drei Firmen wurden anhand eines Bewertungsschlüssels von der Verwaltung aus zehn Anbietern ausgewählt. Jeder Teilnehmer nutzte den vorgegebenen Zeitrahmen von maximal 45 Minuten voll aus.

Die Kernpunkte des ISEK

Unter fachlicher Anleitung soll die Gemeinde den Planungshorizont bis 2030 und darüber hinaus sinnvoll gestalten. Die Fachbüros setzen sich für Ausarbeitung des Konzepts einen zeitlichen Rahmen von 12 bis 15 Monaten. Aus der Analyse von vorhandenen Daten und bekannten Engpässen wird eine erste Handlungsempfehlung formuliert. Dann soll schon möglichst bald die Auftaktveranstaltung unter Einbeziehung von Gemeinderäten, Vereinen und interessierten Bürgern erfolgen. Aus den neu entstandenen Ideen und dem bekannten Wissen erstellen die Profis in Zusammenarbeit mit einer Lenkungsgruppe die Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken-Analyse (SWOT), Ziele, Strategien und ein Leitbild. Die Lenkungsgruppe besteht aus Mitgliedern der Fraktionen, der Verwaltung und eventuell externen Fachleuten. Aus den Visionen, Strategien und Zielen entwickelt sich dann der Maßnahmenplan und das Realisierungskonzept. In einer weiteren Runde sollen die Ergebnisse dem Bürgerforum vorgestellt werden.

Bereits konkrete Ideen im Rucksack

Das oben beschriebene Konzept sieht bei allen drei Anbietern ähnlich aus. Im Detail gab es aber bereits die ersten pfiffigen Ideen. Jens Gerhardt von Urban Management sieht den Radweg als “Pfund” an. Um dieses Thema herum ließen sich weitere Angebote schaffen, wie z.B. eine Radvermietung oder Reparaturwerkstatt. Den Mietwohnungsbau haben die Berater ebenfalls im Auge. Zukünftige Generationen wollen flexibel bleiben. Hierzu passe das neue Konzept der Altenploser Höfe mit der verdichteten Bauweise sehr gut. Vinzenz Dilcher von UmbauStadt will einen Ortsspaziergang durch die 18 Ortsteile anbieten. Dazu passe die Sommerzeit am besten. Jens Gerhardt plant sogar eine “Heinersreuther Woche”, um die Bevölkerung mitzunehmen. Für Dilcher steht auch die Ortsplanung oben an. Mit Visualisierungen will er den Bürgern das “Vorher” und “Nachher” deutlich machen, so zum Beispiel beim Dorfpark Altenplos.

Unterschiedliche Zeitpläne

Am liebsten gleich loslegen würde Jens Gerhardt von Urban Management. Bereits am Jahresende könnte das Konzept fertig sein. Vinzenz Dilcher sieht es ähnlich, würde am liebsten die Sommerzeit für den Bürgerkontakt nutzen. Bei Klimakom bestehen zeitliche Engpässe. Geschäftsführerin Sabine Hafner könnte frühestens im Mai starten. Die Fertigstellung wäre dann im dritten Quartal 2019 geplant.

Beispiel eines fertigen Konzeptes

Fertige ISEK-Konzepte gibt es schon zu Hauf. Die drei Fachbüros stellen auf Ihren Webseiten ihre Referenzprojekte vor. Ein aktuelles Konzept aus unserer Nähe haben die Gemeinden Wonsees und Kasendorf entwickelt. Auf 171 Seiten sind die Gedanken für die Zukunftsplanung der Verwaltungsgemeinschaft Kasendorf zusammengefasst. Die Lektüre lohnt sich. Der Entwurf eines ISEK steht auf der Webseite der Gemeinde Bindlach.

Jugend und Senioren

Bürgermeisterin Simone Kirschner wollte von den Fachfirmen jeweils wissen, wie sie Jugendliche und Senioren einbinden wollen. Bei den Senioren sehe man wenig Problem, da diese meistens in den Vereinen gut vernetzt sind. “Die Jugendlichen sind schwer zu erreichen”, gab Sabine Hafner von Klimakom zu. Sie würde eventuell den Kreisjugendring mit einbeziehen und einen eigenen Workshop machen. Auch Vinzenz Dilcher von UmbauStadt plant einen gesonderten Jugend-Workshop. Jens Gerhardt von Urban Management würde die Kinder unter anderem über die Schulen ansprechen.

Die Reaktionen im Gemeinderat

Die Gemeinderäte ließen die Vorträge kommentarlos über sich ergehen. Auch nach mehrmaligem Nachfragen durch die Bürgermeisterin kam nichts aus den Fraktionen. Zum Ende zu fragte Stefan Eigl (CSU) bei Prof. Miosga nach, ob “seine” Studenten Facharbeiten schreiben könnten, um damit das Budget zu entlasten. Miosga sieht die studentischen Arbeiten eher als Ergänzung an. Für das Konzept müssten schon die Profis grade stehen. Die SPD-Fraktion nennt in einem Kommentar auf Ihrer Webseite die Kosten für das ISEK-Konzept: 58.200 / 42.600 / 56.800 Euro. Ein Förderantrag bei der Regierung von Oberfranken läuft inzwischen. Nach Zugang des Bescheides erfolgt die Auftragsvergabe an eines der drei Büros.

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