Maßnahmenbündel gegen Starkregen

Prof. Heiko Sieker

Prof. Heiko Sieker referierte im Bräuwerck

Professor Sieker stellte Regenwasserstudie in Neudrossenfeld vor

Die Gemeinden Heinersreuth und Neudrossenfeld ziehen beim Schutz vor Starkregen an einem Strang. Gemeinsam beauftragten sie das Ingenieurbüro von Prof. Heiko Sieker aus Berlin für 75.000 Euro zur Erstellung einer Studie zu diesem Thema. Die ersten Zwischenergebnisse präsentierte der Fachmann am 18. Dezember in der Gaststätte Bräuwerck der Öffentlichkeit. Bürgermeister und Gemeinderäte erhielten bereits zwei Stunden vorher erste Einblicke in die bisherige Arbeit. Ende März 2019 könnte das Endergebnis vorliegen. In der Zwischenzeit wird zusammen mit den Gemeindeverantwortlichen noch intensiv gearbeitet. Auch die Feuerwehren sollen ihr Fachwissen beisteuern.

Niederschläge per Software simulieren

Prof. Sieker arbeitet mit einer Simulationssoftware. Gefüttert wird der Computer mit einem digitalen Geländemodell von Heinersreuth und Neudrossenfeld. Eingespeist wird auch der Starkregenindex des bayerischen Landesamts für Umwelt. Nachzuarbeiten gilt es noch die bestehende Verrohrung. Wenn alle Daten erfasst sind, lässt sich die Stärke des Niederschlags einstellen. Als wichtigstes Ergebnis spuckt die Software eine Analyse der Fließwege aus.

Gemeinsam ein Maßnahmenpaket erarbeiten

Sind die Schwachstellen im Gelände bekannt, müssen Lösungen erarbeitet werden. Heiko Sieker zitiert das Drei-Säulen-Modell des bayerischen Landesamts für Umwelt: Säule 1 beschreibt die Hochwasservorsorge, Säule 2 kümmert sich um technische Maßnahmen, wie z.B. um Rohre und Kanäle und Säule 3 erarbeitet Möglichkeiten, wie man Wasser an der Oberfläche festhalten kann. Der Referent lässt unschwer erkennen, dass Säule 3 für ihn hohe Bedeutung hat und auch für die Gemeinden Handlungsräume eröffnet.

Bürger und Landwirte mit einbinden

Verwaltungsleiter Rainer Schimpf aus Neudrossenfeld war Antreiber für die Starkregenstudie. Er möchte private Grundbesitzer ermutigen, ihre Grundstücke nicht zu versiegeln und so möglichst wenig Oberflächenwasser in die Kanäle einzuleiten. Bürgermeister Harald Hübner hat erkannt, dass der Dialog mit dem Bürger kein Selbstläufer ist. Neudrossenfeld plant deshalb nach Ende der Studie Bürgerversammlungen in den Ortsteilen. Prof. Sieker empfiehlt den Kommunen, die Landwirte für die Regenrückhaltestrategie mit einzubinden. Auch sie müssten aufgeklärt werden, z.B. um Äcker regenschutzgerecht zu pflügen oder eine Versiegelung der Felder zu vermeiden. Bei Bedarf müssten Entschädigungen fließen, so Sieker. Zur Finanzierung stünden Fördermittel bereit.

Literaturempfehlung zum Starkregen
Starkregen LfU Bayern
Kommunales Starkregenmanagement in Baden-Württemberg

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