Ärztehaus in Heinersreuth als Mogelpackung

Ärztehaus Heinersreuth

Blick auf den Rohbau von der Kulmbacher Straße aus gesehen

Der neue Bebauungsplan soll Pflege und Wohnen zulassen

Die Firma Richtberg aus Bayreuth legte dem Bau- und Umweltausschuss Mitte Oktober einen Änderungsantrag für den bestehenden Bebauungsplan am Fehringer Platz vor. Mit dem neuen Nutzungskonzept verabschiedet sich der Bauträger wohl endgültig von einem Ärzte- oder Praxishaus. Denn die beiden größten Flächen des Gebäudes sind gemäß Antragstellung für Pflegemaßnahmen vorgesehen. Auf Ebene 2 soll nach dem Wunsch des Bauträgers eine Tagespflege einziehen. Auf Ebene 3 steht man in Verhandlungen mit einer Firma aus Stuttgart, die eine Intensivpflege unter anderem mit Beatmungsgeräten anbietet. In der letzten Etage soll Wohnen möglich sein. Nur im Untergeschoss wäre noch Platz für Praxisräume oder eine Apotheke.

Die Heinersreuther wollen eine Arztpraxis

Stimmen aus der Bürgerschaft kommen immer wieder zu dem Ergebnis, dass die bestehende Hausarztpraxis die Nachfrage nach ärztlicher Versorgung nicht decken kann. Gab es zu Zeiten der Familie Kielisch noch eine Gemeinschaftspraxis, muss sich Frau Hilmer alleine um die Patienten kümmern. Zusätzlich kommen noch Patienten aus ihrer ehemaligen Praxis in Bayreuth nach Heinersreuth. Längere Wartezeiten sind an der Tagesordnung. Deshalb ist der Wunsch nach einer zusätzlichen Hausarztpraxis groß.

Standort am Fehringer Platz nicht für Pflegemaßnahmen geeignet

Der Bauträger plant, auf Ebene 3 des Gebäudes eine Intensivpflege einzurichten. Patienten würden dann rund um die Uhr betreut werden. Es handelt sich in der Regel um Schwerstkranke, die von Beatmungsgeräten abhängig sind. Am Standort Fehringer Platz herrschen hierfür denkbar ungünstige Umweltbedingungen. Eine stark befahrene Ampelkreuzung sorgt werktags für Abgase und Verkehrslärm. Anfahrende Autos und quietschende Reifen tragen Lärm bis zu 70 Dezibel an das Gebäude heran. Schallschutzfenster können für eine gewisse Beruhigung im Innenbereich sorgen. Die Frischluftzufuhr soll über eine Lüftungsanlage geregelt werden.

Anbieter für Intensivpflege ist ein unbeschriebenes Blatt

Der Bauträger legt als Ergänzung zum Änderungsantrag das Konzept einer Firma aus Stuttgart vor. Dieser Anbieter verweist auf eine sechzehnjährige Erfahrung in der Intensivpflege. Tatsächlich wurde die Firma nach einer Bilanzauskunft im Verzeichnis von unternehmensregister.de erst im Jahre 2019 gegründet. In ihrer Firmenbroschüre wirbt der Betreiber für den Standort Heinersreuth mit blumigen Worten und spricht von einer idyllischen Lage mit direkter Nähe zur Natur. Wer die Umgebung im Gewerbegebiet am Fehringer Platz kennt, wird diese Aussage entsprechend einordnen können.

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