Apfelfreunde pilgern jährlich in den Lindenhof
Die Obstausstellung im Herbst zieht Erwachsene und Kinder gleichermaßen an. Sogar aus Gößweinstein oder Waischenfeld kamen Familien in das Umweltschutzzentrum Lindenhof. Da die Apfelernte durch den Spätfrost im April nachhaltig gestört war, mussten der Kreisvorsitzende Günter Dörfler und sein Team alle Kräfte aufbieten, um ein reichhaltiges Angebot zu präsentieren. Thomas Kappauf, Mitglied im Landesbund für Vogelschutz, hatte von seinem Schwiegervater aus Unterfranken gehört, dass es dort reichlich Obst gab. Also machte sich Thomas auf den weiten Weg und holte einen Anhänger voll mit verschiedensten Sorten. So kam schließlich ein ganzer Tisch hervorragender Obstsorten im Lindenhof zusammen.
Auf Obst aus Heinersreuth ist Verlass
Georg Masel konnte wieder gut zwanzig Apfelsorten, einige Birnen, Quitten und Nüsse präsentieren – fein säuberlich mit Namensschild gekennzeichnet. Doch auch Masel musste zugeben, dass nicht alle Sorten aus seinem Garten unterhalb der Bleyer-Nordseite stammten. Aber der Apfelfreund kennt fast alle Obstgärten in Heinersreuth und Umgebung. So fragte er nach und fand noch einige Sorten bei Fritz Linhardt unterhalb des Waldes bei Unterkonnersreuth und auch mitten im Ort bei Hans-Martin Götz. Bei den Nüssen musste er etwas schummeln: „Die Walnüsse sind vom letzten Jahr“, sagt Masel.
Den Besuchern im Lindenhof kam es aber nicht darauf an. Sie konnten die Ausstellungsstücke mit ihrer eigenen Obsternte vergleichen. Ein Apfelfreund aus Creußen berichtete, dass er selbst zwanzig Bäume zu Hause habe. Eine Besucherin aus Goldkronach muss noch etwas auf ein Erfolgserlebnis warten. Denn sie hat ihre Obstbäume erst vor wenigen Monaten gepflanzt.
Aus der Not eine Tugend machen
Da es drei Tische weniger im Lindenhof gab als im letzten Jahr, sprangen andere Akteure in die Bresche. So zeigten zwei Mitarbeiterinnen des Amtes für Ernährung den Besuchern auf, dass „Superfood“ aus Deutschland mit den exotischen Früchten mehr als mithalten kann. Hafer statt Quinoa oder Walnüsse statt Avocado war eines ihrer Angebote. Den exotischen Früchten ordnet man viele Mineralstoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe zu. „Jedoch haben einheimische Produkte oft noch bessere Werte in der Wertstofftabelle, ihr ökologischer Fußabdruck ist unschlagbar und sie sind nicht so überteuert wie die Exoten“, so die Meinung von Lisa Vogt vom AELF.
Eine weitere Attraktion am Sonntag im Lindenhof waren die mit Schafwolle gefilzten kleinen Tiere von Hannah Buchwald aus Goldkronach. Die kleinen Mäuse, Hamster oder Eichhörnchen sahen den echten Artgenossen täuschend ähnlich. „Meine Kunden sind oft Naturschutzverbände oder Schulen“, sagte Hannah. „Für Kindergärten sind die Kunstwerke weniger geeignet. Denn man sollte sie nicht anfassen“.
Links
https://kv-gartenbauvereine-bt.de/
https://www.lbv.de/lbv-vor-ort/oberfranken/

