Die Volkshochschule holte Solarexperten nach Heinersreuth

Vortrag an der Volkshochschule Heinersreuth zu Solarenergie

Die Referenten Dr. Michael Schmitt (links) und Bernd Rothammel im Sitzungssaal des Rathauses

Photovoltaikanlagen werden immer leistungsfähiger

Dr. Michael Schmitt ist Physiker und betreibt seit mehr als zwanzig Jahren ein Ingenieurbüro in Bayreuth. Bei seinem Vortrag im Heinersreuther Rathaus hatte er viele aktuelle Informationen dabei. „Die Qualität der Solarplatten wird immer besser“, sagte Schmitt. „Vor zwanzig Jahren betrug der Wirkungsgrad nur 15 Prozent; mittlerweile erreicht man mit der Siliziumbeschichtung über zwanzig Prozent Wirkungsgrad“. Auch die Kosten sinken durch die Massenproduktion. Als Folge wird das Preis-Leistungsverhältnis immer günstiger.

Die Netzeinspeisung soll sich nach dem tatsächlichen Strombedarf richten

Auch eine aktuelle gesetzliche Änderung erläuterte Michael Schmitt den Zuhörern. Der Bundestag hatte im Februar 2025 beschlossen, dass für neue Anlage eine Spitzenlastreduzierung gilt. Denn gerade in der Mittagszeit wird soviel Strom produziert, dass die eingespeiste Energie wirtschaftlich nicht verwendet werden kann. Mit Hilfe eines intelligenten Messsystems (Smartmeter) kann die Einspeisung bedarfsgerecht gesteuert werden. Deshalb wird zukünftig bei Anlagen von größer sieben Kilowatt-Spitzenleistung (kWp) der Einbau eines Smartmeters Pflicht werden. Für kleine Anlagen ohne Smartmeteranbindung wird die Vergütung auf maximal 60% der Spitzenleistung gedeckelt. Die Begrenzung gilt nicht für bestehende Anlagen vor 2025.

Der Speichereinbau wird mittlerweile interessant

Bis vor einem Jahr war Michael Schmitt kein glühender Verfechter eines Stromspeichers im Haus. Jetzt sieht er die Lage etwas anders. Die oben erwähnte Einspeisereduzierung in der Mittagszeit können Solarbetreiber dazu nutzen, ihren eigenen Stromspeicher zu füllen oder das Elektroauto zu laden. Die Anschaffungskosten für Stromspeicher mit Leistungen zwischen 5 und 15 Kilowattstunden sind zwar immer noch relativ hoch, aber durch die zunehmenden Stückzahlen in der Produktion sind Kostensenkungen zu erwarten. Die Solaranlagenbesitzer werden auf jeden Fall flexibler bei der Nutzung von Sonnenenergie. Mittlerweile sind auch technische Lösungen im Kommen, die es erlauben, die wesentlich größeren Autobatterien als Zwischenspeicher in das Stromnetz zu integrieren. Autobatterien von Mittelklassenwagen wie dem VW ID.4 können zwischen 55 und 77 Kilowattstunden speichern.

Bernd Rothammel stellte den Solarrechner des Landratsamtes vor

Rothammel war zusammen mit Michael Schmitt nach Heinersreuth gekommen. Als Klimaschutzmanager im Landratsamt Bayreuth ist er vom Solarrechner sehr angetan. Das Programm ist über die Webseite des Landratsamtes zu erreichen. Die Bedienung ist einfach und auf jeden Fall zu empfehlen. Der Anwender kann sich verschiedene Varianten durchrechnen lassen, sowohl von der Einnahmen- als auch von der Ausgabenseite her, z.B. Variante 1 berechnet Kosten und Erträge bei normalem Hausstromverbrauch, V2 unter Einbeziehung einer Wärmepumpe, V3 zusätzliches Laden eines E-Autos oder V4 Nutzung eines Stromspeichers. Alle Ergebnisse lassen sich als pdf-Datei ausdrucken. Einfach ausprobieren! Einfacher geht der Einstieg in diese komplizierte Materie nicht. Bernd Rothammel sieht den Solarrechner auch als erste Orientierungshilfe für Gespräche mit Fachfirmen an, die letztlich die Detailplanung und das konkrete Angebot erstellen sollen.

Link

https://klima.landkreis-bayreuth.de/beratung-und-service/solarrechner

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