Die Handy-Pioniere setzten die ersten Maßstäbe bei Mobilfunktelefonen
Beide Firmen bestimmten in den neunziger Jahren den Markt. Nokia oder Ericsson war nur die Frage. Beide Modelle sahen sehr ähnlich aus, mit der kleinen Stummelantenne oben links und der Tastatur im schwarzen Gehäuse. Nach dem Jahr 2000 kam es dann zum Technikbruch. Apple setzte mit dem Touch-Display neue Maßstäbe und Google-Handys mit dem Android-Betriebssystem zogen mit Technik und Design nach. Die Tastatur fiel ganz weg und die Antenne wurde unsichtbar in das Gehäuse verlegt. Die neue Handy-Generation ebnete auch den Siegeszug für Social Media mit Facebook, Instagram und Co.
Nokia und Ericsson sind nun in anderen Geschäftsfeldern tätig
Nokia wurde 1865 in Finnland gegründet und produzierte zu Beginn Papier. Ericsson ist eine schwedische Firma mit langer Tradition und war von Anfang an in der Telefonie tätig. Beide Firmen existieren noch – ihre Geschäftsfelder haben sich aber stark gewandelt. Die Entwicklung ging weg von der Herstellung von Mobiltelefonen im großen Stil hin zu Netzwerkinfrastruktur, Forschung, Technologieentwicklung, Patenten etc.
Ericsson ist einer der führenden Anbieter im Bereich der Netzwerkinfrastruktur, besonders bei der Mobilfunktechnik 5G. Nokia kämpft mit Konkurrenz, aber spielt nach wie vor eine wichtige Rolle, besonders mit Netzwerklösungen und Technologie-Lizenzierung. Nokia wirkt momentan etwas optimistischer hinsichtlich Diversifikation, z. B. mit mehr Fokus auf künstliche Intelligenz und Netzautomatisierung. Ericsson hat Stärken in Nordamerika und bei bestimmten Betreibern. Auch sind seine Technologien im Netzbetrieb durch Stabilität und Skalierbarkeit sehr angesehen.
Für viele Normalbürger bleiben die beiden nordischen Unternehmen aber als Handy-Anbieter der ersten Stunde in Erinnerung.

