Der Wasserexperte aus Heinersreuth

OGV-Vorsitzender Jürgen Weigel (rechts) bedankt sich beim Wasserexperten Jürgen Kramer für den Vortrag

Jürgen Kramer hielt einen spannenden Vortrag bei den Gartenfreunden

Mit Wasser kennt er sich bestens aus. Denn Jürgen Kramer war mehr als zwanzig Jahre lang als Meister bei den Stadtwerken Bayreuth mitverantwortlich dafür, dass die Bürger stets sauberes Wasser in der Leitung hatten. Sein umfangreiches Wissen teilte er mit gut zwanzig Zuhörern im Vereinsheim der Wanderer, in welches der Obst- und Gartenbauverein Heinersreuth am 7.11.25 eingeladen hatte.

Vor neunzig Jahren gingen die Menschen noch zum Brunnen

Es ist noch keine hundert Jahre her, dass die Menschen Wasser aus der Leitung bekommen können. In den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts war der einzige Zugang zu sauberem Wasser der Weg zum Dorfbrunnen. Auch in Heinersreuth gab es zahlreiche Brunnen, von denen der eine oder andere noch sichtbar ist. Einer davon liegt in der Dörnhofer Straße, schön restauriert von Siegfried Hübner, der schräg gegenüber wohnt. „Vor gut hundert Jahren kamen die Menschen noch mit zehn bis zwanzig Litern Wasser am Tag aus“, weiß Jürgen Kramer. „Heute beträgt der Pro-Kopf-Verbrauch ca. 120 bis 130 Liter am Tag“. Klospülen, Waschmaschine und auch Gartengießen tragen dazu bei. Deshalb appelliert der Wasserfachmann an die Zuhörer im Raum, wenigstens das Regenwasser aufzufangen und sinnvoll zu nutzen. Er selber habe sich eine Zisterne mit einem Fassungsvermögen von 5.000 Litern einbauen lassen und kann jetzt mit gutem Gewissen seine Pflanzen wässern.

Heinersreuth hat eigene Quellen und bezieht Fremdwasser aus Bayreuth

Natürlich kennt sich Jürgen Kramer auch mit der Wasserversorgung in Heinersreuth aus. Zwei eigenen Quellen stehen der Gemeinde zur Verfügung und wenn es im Sommer knapp werden sollte, kann noch Wasser aus dem Hochbehälter der Stadt Bayreuth bezogen werden. Das Quellwasser muss gut geschützt sein. Deshalb gibt es drei Schutzzonen, in den keine Schadstoffe eingetragen werden dürfen. Zusätzlich ist die Schutzzone I noch mit einem Zaun gesichert. Das Wasser muss auch aufbereitet werden, denn das Grundwasser enthält zuviel gebundene Kohlensäure, welches die Rohre angreifen würden. Zur Entsäuerung verwendet man gebrannten Kalk und mit UV-Licht werden Bakterien abgetötet, falls sich diese im Quellwasser befinden sollten. Sonstige Chemikalien kommen in das Leitungswasser nicht hinein, versichert der Wasserexperte.

Ohne Strom kommt kein Wasser aus der Leitung

Das Quellwasser kommt nicht automatisch zu den Bürgern ins Haus, sondern benötigt noch Druckerhöhungsanlagen in Form von Hochbehältern. Im Ortsteil Heinersreuth wird das Wasser auf den Hausberg „Bleyer“ hinaufgepumpt, in Altenplos liegt der Hochbehälter auf Höhe des SCA-Fußballplatzes. Von dort aus kommt das Trinkwasser mit dem notwendigen Druck in die Haushalte. „Für die WC-Spülung wird beispielsweise ein Druck von 1,5 Bar benötigt“, weiß Jürgen Kramer, „sonst funktioniert der automatische Verschluss nicht mehr“. Die Stadt Bayreuth wird entweder von den Hochbehältern am Eichelberg oder an der Hohen Warte versorgt. Die Wasserversorgung der Bayreuther ist somit zweigeteilt. Dies liegt an den unterschiedlichen Druckverhältnissen, weiß der Wasserexperte.

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