Markus Ruckdeschel von der Energieagentur Nordbayern informierte im Gemeinderat
Nur noch bis Juni 2028 haben Kommunen mit weniger als 100.000 Einwohner Zeit, eine kommunale Wärmeplanung vorzulegen. Ruckdeschel rechnet mit einer Bearbeitungszeit von zwölf Monaten, so dass es nun keine Zeit zu verlieren gilt, denn die einschlägigen Planungsbüros seien gut ausgelastet, teilte der Fachmann dem Gremium mit. Zunächst muss eine Bestandsaufnahme erfolgen, die checklistenartig abzuarbeiten ist. Inwieweit im Gemeindegebiet ein Wärmenetz wirtschaftlich betrieben werden kann, gilt es im Rahmen des Projekts ebenfalls abzuklären. „Wichtig ist es, Bürger und Gewerbetreibende durch Informationsveranstaltungen mitzunehmen“, riet Markus Ruckdeschel den Räten und den Verwaltungsmitarbeitern.
Die Wärmeplanung ist eine Pflichtaufgabe – deren Umsetzung wiederum nicht
Anwesende Bürger und einige Gemeinderäte schauten etwas ungläubig, als Ruckdeschel diesen Sachverhalt erläuterte. Denn die Wärmeplanung kostet selbst für kleinere Kommunen stattliche 40.000 Euro und mehr, wobei ein Großteil der Summe vom „Bund“ übernommen wird. Somit werden für das Projekt auf jeden Fall Steuergelder ausgegeben. Deshalb fragte Joachim Weise von der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen den Energieberater denn auch, was ihn optimistisch stimme, dass die meisten Kommunen den Wärmeplan nicht einfach in der Schublade verschwinden lassen, weil sie ihn ja nicht umsetzen müssten.
„Es gibt erst wenige Kommunen im Landkreis Bayreuth und Forchheim, welche Wärmepläne aufgestellt haben und anschließend auch Projekte umsetzten“, sagte Ruckdeschel. Die Gemeinde Gößweinstein gehört dazu, aber auch die Gemeinde Hausen bei Forchheim. Es könne auch sein, dass ein Landwirt in einem Gemeindeteil Interesse zeigt oder dass sich ein Wohngebiet mit altem Gebäudebestand für ein Wärmenetz eignet. Dies wäre dann der Fall, wenn für mehrere Haushalte ohnehin ein Heizungswechsel ansteht. „Deshalb ist es wie oben erwähnt wichtig, alle Bürger über die Chancen der Wärmeplanung aufzuklären, denn die Kosten für Gas und Heizöl werden ab 2028 stärker als bisher steigen, wenn die CO2-Bepreisung richtig Fahrt aufnimmt“, ist sich Markus Ruckdeschel sicher.

