Die richtige Zeit für den Gebäude-Check

Ein Blick auf das Haus durch die Wärmebildkamera

Bei kalten Wintertemperaturen zeigt die Wärmebildkamera die Schwachstellen der Wärmedämmung auf

Annika und Felix hatten sich vor einem Jahr ein dreißig Jahre altes Einfamilienhaus in Eckersdorf gekauft. Die positiven Gedanken überwogen: Ein eigener Garten, viel Platz für Zukunftspläne – und das Gefühl, endlich angekommen zu sein. Doch mit dem ersten richtigen Winter kam die Erkenntnis, dass es in manchen Bereichen des Hauses kälter war als in anderen. „Irgendwas stimmt nicht“, sagte Felix eines Abends und hielt die Hand an die Wand im Wohnzimmer. „Hier fühlt es sich kälter an als im Rest des Raums.“ Annika nickte. Sie hatten schon öfter das Gefühl gehabt, dass bestimmte Räume schneller auskühlen oder zugig wirken. Auch die Heizkosten hatten die beiden überrascht – vor allem, weil sie sich als sparsame Menschen betrachteten.

Neugierig auf die professionelle Beratung

Neugierig und ein wenig besorgt vereinbarten sie einen Gebäudecheck mit der Wärmebildkamera. Nicht, weil sie gleich sanieren wollten, sondern weil sie ihr Haus wirklich verstehen wollten: Wo verliert es Wärme? Welche Stellen brauchen Aufmerksamkeit? Und was können sie selbst tun, bevor größere Arbeiten anstehen? Der beauftragte Baubiologe Joachim Weise aus Heinersreuth erklärte den Sachverhalt: „Damit eine Thermografie aussagekräftig ist, braucht es eine deutliche Temperaturdifferenz zwischen innen und außen. Ideal sind mindestens 10–15 °C Unterschied. Kühle, trockene und windarme Tage liefern die besten Ergebnisse, da weder Sonneneinstrahlung noch starke Luftbewegungen die Messung verfälschen.“
Deshalb trafen sich die Beteiligten an einem klaren Wintermorgen vor dem Haus. Die Sonne stand noch tief, die Bedingungen waren ideal. Annika und Felix blickten von der Seite gespannt auf das Display der Kamera. „Blaue Farben stehen für kalte Bereiche, rote und gelbe für die warmen Abschnitte“, erklärte der Fachmann.

Die ersten Schwachpunkte springen ins Auge

Schon nach wenigen Minuten deutete sich ein klares Muster ab. Die Rollladenkästen im Obergeschoss strahlten auffällig viel Wärme ab. „Das hätten wir nie gedacht!“, meinte Annika und sah überrascht auf das Display. Am Übergang zwischen Wohnzimmer und Terrasse zeigte sich ein weiterer Schwachpunkt – wahrscheinlich eine Stelle, an der in den vergangenen Jahrzehnten Material ermüdet war. Und die Gaube im Dachgeschoss offenbarte eine undichte Ecke, die man mit bloßem Auge niemals erkannt hätte. Doch besonders interessant wurde es im Gästezimmer. „Hier war es immer ein bisschen muffig“, erzählte Felix. Die Thermografie zeigte tatsächlich eine Kältezone an der Außenwand – eine klassische Wärmebrücke, die langfristig zu Feuchte und Schimmel führen kann.

Einen Fahrplan für die Sanierung entwickeln

Der Baubiologe beruhigte die Bauherren. „Nicht alles muss gleich gemacht werden, aber einen Fahrplan für das weitere Vorgehen halte ich für wichtig.“ Es soll ein klares Bild davon entstehen, welche Maßnahmen Priorität haben und wo kleine Verbesserungen bereits große Wirkung erzielen. „Es fühlt sich gut an, das Haus wirklich zu verstehen“, sagte Annika zum Abschied. Und tatsächlich: Ein Wärmebild-Check ist nicht nur eine technische Untersuchung, sondern auch ein „Gespräch“ zwischen Menschen und ihrem Zuhause.

Häufig gestellte Fragen zur Thermografie

Muss ich das Haus für die Messung vorbereiten?

Ja, ein paar einfache Vorbereitungen verbessern das Ergebnis deutlich:
• Das Haus sollte mehrere Stunden vorher gut beheizt sein.
• Fenster und Türen sollten geschlossen bleiben.
• Vermeiden Sie direktes Lüften kurz vor der Messung.
• Rollläden nach Möglichkeit offen lassen, damit die relevanten Bauteile sichtbar sind.

Wie groß muss die Temperaturdifferenz zwischen innen und außen sein?

Optimal sind mindestens 10–15 °C Unterschied. Bei geringerer Differenz werden Wärmebrücken nicht klar genug sichtbar. Deshalb ist die kalte Jahreszeit ideal, besonders die Morgen- oder Abendstunden.

Kann ein Wärmebild Schimmel direkt erkennen?

Die Wärmebildkamera erkennt keinen Schimmel, aber sie zeigt Kälte- und Feuchtebereiche, in denen Schimmel entstehen kann. Thermografie ist daher ein gutes Werkzeug, um Ursachen von Feuchtigkeitsproblemen zu finden, z. B. schlecht gedämmte Wandbereiche oder Undichtigkeiten.

Ist ein Gebäudecheck auch bei älteren Häusern sinnvoll?

Ja, gerade ältere Gebäude profitieren stark von einer Thermografie, da dort oft versteckte Schwachstellen oder fehlende Dämmung vorkommen. Aber auch Neubauten werden häufig geprüft, um Ausführungsfehler früh zu erkennen.

Wie lange dauert ein Thermografie-Termin vor Ort?

Eine pauschale Antwort ist schwierig, da die Größe des Objekts zu beachten ist. Die eigentliche Aufnahme dauert geschätzt zwischen ein und zwei Stunden einschließlich Vorbereitung, Rundgang und Besprechung der ersten Eindrücke. Gegebenenfalls erfolgt eine Nachbearbeitung und Berichterstellung anhand der Thermografiebilder.

Weitere Fragen zum Gebäude-Check mit der Wärmebildkamera

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