Der Kreisausschuss stimmt gegen eine Lösung mit Anruflinien-Taxis
Eigentlich ging es um keinen hohen Betrag, den Sachgebietsleiter Sebastian Norck vom Landratsamt Bayreuth für zwei zusätzliche Fahrten am Nachmittag errechnet hatte. 3.920 Euro würde es für ein Schulhalbjahr kosten, wenn ein Anruflinien-Taxi vom Zentralen Busbahnhof (ZOH) nach Cottenbach führen würde (95 Tage * 2 Fahrten * 20,60 Euro). Doch wie es bei der Versammlung schien, kam der Antrag zur falschen Zeit. Denn vor diesem Thema diskutierte der Kreisausschuss zwei Stunden lang über den Haushalt des Landkreises für das 2026. Sparen ist angesagt und runter mit den freiwilligen Leistungen war der Tenor! Die Schuldenberge wachsen und da sind selbst Kleinbeträge ein Dorn im Auge. Aber zum Vergleich: Der gesamte ÖPNV kostet dem Landkreis Bayreuth rund 4 Millionen Euro pro Jahr nach Abzug der Einnahmen!
Nur keinen Präzedenzfall schaffen
Kreisrat Patrick Meyer aus Hummeltal (CSU) regte sich über das Anliegen der Gemeinde Heinersreuth sichtlich auf. „Wir kommen wir hin, wenn jeder Ortsteil unserer 33 Landkreisgemeinden eine Verkehrslösung mit dem Anruflinien-Taxi haben will?“. Das sei nicht zu bezahlen, so der Hummltaler Bürgermeister weiter. Bürgermeisterin Simone Kirschner wies daraufhin, dass es sich um einen Probebetrieb für ein halbes Jahr handele, dann könne man weitersehen. Aber die Begeisterung hielt sich in Grenzen. Schließlich stimmten drei Kreisräte für das Vorhaben und sieben dagegen. Einige Mitglieder im Gremium hatten den Saal schon vorher verlassen.
Die Gemeinde selbst darf keinen Busbetrieb organisieren
In der Sitzung des Haushalts- und Finanzausschusses der Gemeinde Heinersreuth erläuterte die Bürgermeisterin dem Gremium am 20.1.26 die Entscheidung des Kreistages vom Vortag. Sie bedauerte die Ablehnung durch den Landkreis, sieht aber keine Möglichkeit, einen eigenen Busbetrieb zwischen Bayreuth und Cottenbach durch die Gemeinde zu organisieren. „Ich werde mit den Antragsstellern aus Cottenbach reden“, sagte die Rathauschefin. Eventuell könnten die Familien untereinander Fahrgemeinschaften organisieren. Im Ortsteil Tannenbach laufe das auch sehr gut.

