Die Pfeilspitze in der Haut und dazu ein Stromschlag

Beispiel einer Impulsaussendung

Hintergründe zur Anwendung von „Tasern“ bei Polizeieinsätzen

Polizeiliche Taser sind Einsatzmittel, die Personen durch elektrische Impulse vorübergehend handlungsunfähig machen sollen. In Bayern wurden sie in den letzten Jahren schrittweise eingeführt und ihr Einsatz wird nun ausgeweitet. Die rechtlichen Rahmenbedingungen finden sich bei der Bayerischen Polizei und im Bayerischen Polizeiaufgabengesetz. Der Fachbegriff für die Waffe heißt Distanz-Elektroimpulsgerät, abgekürzt DEIG. Der folgende Artikel soll die die Namensherkunft, die dahinterliegende Technik und mögliche gesundheitliche Risiken beleuchten.

Wie die elektronische Waffe zu ihrem Namen kam

Der Begriff „Taser“ hat eine recht ungewöhnliche Herkunft und ist ursprünglich ein Markenname, ähnlich wie „Tempo“ für Papiertaschentücher oder „Uhu“ für Klebstoff. Der Erfinder des ursprünglichen Geräts, der amerikanische Raumfahrtingenieur Jack Cover (1920–2009), war ein großer Fan der Jugendbuchreihe Tom Swift. In einem Band aus dem Jahr 1911 mit dem Titel „Tom Swift and His Electric Rifle“ kommt eine futuristische elektrische Waffe vor. Davon ließ sich Cover inspirieren. Als er in den 1960er- und 1970er-Jahren sein Elektroschockgerät entwickelte, wählte er deshalb die Bezeichnung „Thomas A. Swift’s Electric Rifle“ und verkürzte sie zu „TASER“. Heute wird „Taser“ oft für alle Elektroimpulsgeräte verwendet. Genau genommen ist TASER® aber eine eingetragene Marke der Firma Axon Enterprise (früher TASER International). Man könnte also sagen: Der Begriff „Taser“ hat seinen Ursprung nicht in der Elektrotechnik oder Polizeiarbeit, sondern in einem über 100 Jahre alten Abenteuerroman für Jugendliche.

Technik und Aufbau des Distanzelektroimpulsgerätes

Im Distanz- bzw. Abschussmodus werden beim Auslösen zwei kleine Pfeilelektroden (Sonden) verschossen. Diese Sonden bleiben über dünne Drähte mit dem Gerät verbunden. Treffen beide Sonden die Person, wird ein Stromimpuls zwischen ihnen erzeugt. Der Taser sendet also kurze elektrische Impulse aus. Ziel ist es, die natürlichen elektrischen Signale zwischen Gehirn und Muskulatur zu stören. Als Folge treten unwillkürliche Muskelkontraktionen, Verlust der Kontrolle über Bewegungen, Sturzgefahr, vorübergehende Handlungsunfähigkeit für einige Sekunden ein. Der Vorgang kann durchaus schmerzhaft sein. Die kleinen Pfeilspitzen bohren sich ca. einen Zentimeter in die Haut und geben einen Stromstoß ab. Die Stärke dürfte zwischen dem Schmerz einer elektrischen Entladung beim Griff an die Türklinke bei elektrostatischer Aufladung des Bodens und einem mittleren Stromschlag aus der Steckdose liegen. Moderne Polizei-Taser haben typischerweise eine wirksame Reichweite von fünf bis zehn Metern, je nach Kartusche und Modell. Die tatsächliche Wirkung hängt davon ab, ob beide Sonden ausreichend weit voneinander entfernt treffen und Kontakt zur Haut bzw. Kleidung herstellen.

Die Polizeikräfte müssen gut geschult sein und verantwortlich mit den Geräten umgehen

Ein falscher Einsatz der Geräte kann bleibende Schäden verursachen. So dürfen die Geschosse auf keinen Fall den Kopf-, Hals- oder Genitalbereich treffen, da sonst schwerwiegende Verletzungen eintreten können. Besonders das Augenlicht dürfte bei einem Treffer für immer verloren sein. Die Einsatzkräfte müssen auch beurteilen, ob die Zielperson nur ein T-Shirt oder einen dicken Mantel trägt. Im letzteren Fall ist die Wirksamkeit stark reduziert und die Muskelkontraktion bleibt möglicherweise aus. Nach einem Tasereinsatz ist normalerweise ein ärztlicher Einsatz erforderlich, denn die Sonden besitzen kleine Widerhaken, damit sie nicht leicht herausfallen. Die Wunden müssen gut versorgt werden, um beim Entfernen keine zusätzliche Gewebeschäden zu verursachen.

Quellennachweise

https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/breiter-praxischeck-fuer-den-taser-bei-der-polizei?utm_source=chatgpt.com

https://www.axon.com/de/products/taser-7

https://www.axon.com/resources/the-evolution-of-the-taser-energy-weapon?utm_source=chatgpt.com

https://www.annemergmed.com/article/S0196-0644%2808%2902061-1/abstract?utm_source=chatgpt.com

Das Foto ist mit Hilfe von KI erstellt.

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