Mais soweit das Auge reicht

Intensiver Maisanbau zwischen Martinsreuth und Cottenbach

Eine beispiellose Maiswüste hat sich über die Gemeinde Heinersreuth hinweg ausgebreitet

Kaum noch Getreidefelder, dafür aber hektarweise Maisfelder überziehen die landwirtschaftlichen Flächen. Diese bespiellose Monokultur gab es in der Vergangenheit nicht, denn ab und zu tauchte doch einmal Gerste oder Weizen auf. Kartoffelfelder scheinen ebenfalls eine ausgestorbene Spezies zu sein, genauso wie Rübenfelder. Grund genug, eine ökologische Betrachtung des Maisanbaus vorzunehmen und auch die Sichtweise der Landwirte zu betrachten.

Maisanbau hat Vorteile für die Landwirtschaft

Aufgrund mehrerer Biogasanlagen im Raum Bayreuth ergeben sich für Landwirte sichere Absatzmärkte, welche im Getreideanbau nicht gegeben sind. Auch sind laut Bauernverband die Preise für Getreide rückläufig. Mais hingegen sorgt oft für planbaren Absatz, eine regionale Nachfrage und gegebenenfalls für langfristige Lieferbeziehungen. Ein weiterer Vorteil: Silomais hat für Viehbetriebe einen hohen Futterwert pro Hektar. Auch die Produktion ist wirtschaftlich. Der Maisanbau lässt sich durch einen hohen Mechanisierungsgrad kostengünstig gestalten. Mais wächst relativ robust und kann auch längere Trockenperioden überstehen.

Die ökologische Kehrseite des Maisanbaus

Ein Maisfeld bietet nur wenigen Tierarten dauerhaft Lebensraum. Betroffen sind beispielsweise Feldlerchen, Rebhühner, Kiebitze, Feldhasen, zahlreiche Wildkräuter und viele Insektenarten. Während in einer Getreidefläche oft hunderte Pflanzen- und Insektenarten zu finden sind, ist die Artenvielfalt in intensiv bewirtschafteten Maisfeldern meist deutlich geringer. Je höher der Maisanteil einer Landschaft ist, desto stärker sinkt die Biodiversität.
Maisanbau benötigt vergleichsweise hohe Stickstoffmengen. Werden Düngemittel nicht optimal eingesetzt, kann Nitrat ins Grundwasser gelangen, Phosphor abgeschwemmt und Oberflächengewässer belastet werden. Ein weiteres Problem sind die eingesetzten Pflanzenschutzmittel. Je nach Bewirtschaftung werden Herbizide eingesetzt, um Konkurrenzpflanzen zu unterdrücken. Dadurch nimmt die Begleitflora deutlich ab. Für viele Insekten fehlen dadurch Nahrungspflanzen.

Weitere Informationen

https://www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/naturschutz/biodiversitaet/infoblatt/quellen.htm

https://www.umweltbundesamt.de/system/files/medien/1410/publikationen/2020-03-17_texte_32-2020_oekologische-landwirtschaft.pdf

https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Landwirtschaft/wwf-studie-vielfalt-auf-den-acker.pdf

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